Erwin Mürle: Ring und Brosche, Gold Mondstein, Saphire, Diamanten

Erwin Mürle

* 26. April 1904 † 30. November 1986

Erwin Mürle war Emailleur, Goldschmied und Maler. In besonderem Maße ist es diese Vielseitigkeit, die  das handwerkliche und künstlerische Schaffen von Erwin Mürle auszeichnete. Sein Schaffen als Goldschmied war besonders geprägt von einem "Dauerkonflikt zwischen künstlerischen und kaufmännischen Aspekten". So zeugen zahlreiche Unikate von der hohen handwerklichen Perfektion und dem künstlerischen Anspruch den Erwin Mürle in allen Stücken an den Tag legte.
Aquarelle und Tuschzeichnungen der 50er und 60er Jahre, zumeist Landschaften, Impressionen von Reisen und Ausflügen in die Umgebung zeugen von dem sicheren Strich und dem Vermögen Gegenständliches auf das Wesentliche zu reduzieren. In späteren Werken zeigt sich die beständige Suche nach formalen Möglichkeiten. Mürle orientierte sich dabei, sowohl im Schmuck als auch in seinen Bildern, an den Strömungen der Moderne. Es entstanden abstrakte Farb- und Formstudien, die den formal gestalterischen Umgang mit den Bildmitteln in den Vordergrund stellen. Auffallend ist die formale Verwandtschaft zwischen Emailarbeiten und den malerischen Arbeiten. 

Vita

  • 1904
  • Erwin Mürle wird am 26. April in Pforzheim geboren, wo er auch aufwächst.
    Die Vorfahren kommen alle aus Pforzheim - Dillweißenstein. Bereits der Großvater hatte eine kleine Goldschmiedewerkstatt, der Vater war ebenfalls Goldschmied.

  • 1918 - 1922
  • Lehre als Emailmaler bei der Fa. Carl Dillenius (Schmuckwaren), Lehrmeister war Franz Gruner.

  • 1922
  • Besuch der Kunst- und Werkschule Pforzheim; seine Lehrer waren Prof. Theodor Wende und Prof. Adolf Hildebrandt. Nach Angaben eines Zeitzeugen, Herrn Dietrich, war er ab 1925 Fachlehrer und Assistent bei Prof. Hildebrandt. 

  • 1926
  • Eintritt in die Zunft Jungkunst, kurze Zeit später war er bereits Obergeselle.

  • 1927 - 1930
  • Obermeister der Zunft. Er organisierte auch das 10-jährige Stiftungsfest im Jahre 1929.

  • 1930 - 1935
  • Reise durch die USA und Kanada. Aus dieser Zeit gibt es von Erwin Mürle verschiedene, teilweise veröffentlichte Reiseberichte, Briefe an seine Schwester und die Zunft Jungkunst. 

  • 1935
  • Nach seiner Rückkehr aus den USA fand sich Erwin Mürle in der durch die Nazis völlig veränderten Gesellschaft nicht mehr zurecht. Er wollte nach Brasilien auswandern, brachte aber das notwendige Geld nicht auf. Nach langem Suchen und innerem Ringen wandte er sich wieder dem Kunsthandwerk und dem Goldschmiedehandwerk zu und absolvierte 1936 die Meisterprüfung als Emailleur. 

  • 1936
  • Aufbau einer eigenen Werkstatt.

  • 1940 - 1945
  • Soldat im Zweiten Weltkrieg, Verwundung. 1945 Rückkehr aus Russland.

  • 1946
  • Die Familie war nach dem Angriff auf Pforzheim in Beuren auf der Schwäbischen Alb evakuiert worden.

  • 1950
  • Aufbau einer Werkstatt in Pforzheim. Fast ausschließlich handwerkliche Produktion, Anfertigung von hochwertigen Einzelstücken. Dauerkonflikt zwischen handwerklichen und kaufmännischen Aspekten.

  • 1953 - 1956
  • Erneut Obermeister der Zunft Jungkunst.
    Beteiligung an zahlreichen Ausstellungen der Zunft bis 1977. 

  • 1961 - 1983
  • Nebenamtlicher Fachlehrer für Feinemail- und Emailmalerlehrlinge an der Goldschmiedeschule Pforzheim. 

  • 1972
  • Verleihung des Ehrenrings durch die Zunft Jungkunst.

  • 1974
  • Erwin Mürle erleidet seinen ersten Herzinfarkt.

  • 1975
  • Aufgabe des Werstattbetriebes aus gesundheitlichen Gründen. Verstärkte Hinwendung zur Malerei.
    Es folgt die wohl intensivste Periodes seines Schaffens, in den neben Schmuck und Emailarbeiten auch zahlreiche Aquarelle enstehen. Erwin Mürle zieht sich jedoch zunehmend zurück und wird immer öffentlichkeitscheuer. Er zeigt seine Arbeiten nur noch einem kleinen Kreis von Eingeweihten. Seine Arbeiten bleiben der Öffentlichkeit bis nach seinem Tod unbekannt. 

  • 1975 - 1981
  • Arbeit mit Gefangenen der Strafvollzugsanstalt Pforzheim und Behinderten des Kreispflegeheims Sinsheim.

  • 1976
  • Verleihung des Ehrenrings für 50-jährige Mitgliedschaft. 

  • 1979
  • Ausstellung von Arbeiten geistig behinderter Menschen in der SPD Geschäftsstelle Pforzheim.

  • 1982
  • Erwin Mürle erleidet einen weiteren Herzinfarkt.

  • 1986
  • Erwin Mürle verstarb nach 6-wöchiger schwerer Krankheit am 30.11.1986 in Dieburg.

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Ausgewählte Arbeiten

Erwin Mürle: Freie Formen, Aquarell

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