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Wolfgang Kappis

* 07. Oktober 1927 † 31. Dezember 2004

"Leben und Kunst in einer Denkfigur verschmolzen: das Leben eine permanente Abreise, die Kunst eine stets neue Ankunft an fernen mythischen Gestaden. ...
Vom Betrachtungsstandpunkt des staunenden Entdeckers, des Ankömmlings auf fremdem, rätselhaftem Boden, sieht Wolfgang Kappis, die Gestalt der Erde. Das große mythische Klangbild der Natur erschließt sich ihm in der Sinfonie der kosmischen Erscheinungen, in den Elementen, den Felsformationen und der Vegetation. Der geheimnisvollen Hieroglyphenschrift der Schöpfung, gebildet aus dem immer wieder verändert organisierten Zusammenspiel von Wasser, Himmel, Erde und Pflanzen, nähert er sich in subjektiver Deutung, er überlässt sich dem Rythmus und dem Atem eines landschaftlichen Gesamtphänomens ebenso, wie er hineinlauscht in komplexe Strukturen von Wachstums- und Sedimentschichten, von vegetativen Organismen. "Erdlebenbilder" hat man dies in der Romantik genannt.

Die Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde, welche in diesem sensitiven Dialog zwischen Künstler und Natur entstehen, sind freie Nachschöpfungen der äußeren Welt. Nicht die konkrete Wiedergabe der Dinge steht im Vordergrund des bildnerischen Prozesses, viel mehr Bedeutung hat dabei die Umsetzung der Erscheinungen in einen formalen und farbigen Duktus, der sich vorrangig durch den Selbstausdruck der kalligraphischen Gestik und durch die Dramaturgie des Kolorits mitteilt". ...

Dr. Klaus Wolbert: Kunst und Mythos in der Malerei von Wolfgang Kappis, Katalogbeitrag in: "Wolfgang Kappis, Bilder aus der Türkei", Pforzheim, o. J. 

Vita

  • 1927
  • Geboren am 7. Oktober in Berlin. Der Vater Ludwig Kappis, stammt aus dem Schwarzwald, die Mutter, Berta, aus Niedersachsen. Durch den Vater, der Kunsthändler und Schriftsteller ist, kommt Wolfgang Kappis schon früh mit der Kunst in Berührung.

  • 1930
  • Die Familie siedelt um nach Prag. Spätere Aufenthalte in Wien, Venedig, Mailand.

  • 1934
  • Umzug der Familie nach Paris. Durch die Arbeit des Vaters erhält er Kontakt zu befreundeten Künstlern. Erste Malversuche. Besonders Pierre Bonnard beeindruckt den Siebenjährigen tief.

  • 1939
  • Kriegsausbruch. Rückkehr nach Deutschland (Pforzheim).

  • 1942
  • Kunstakademie in Karlsruhe. In dieser Zeit entwickelt er seine Leidenschaft zum Bergsteigen.

    Er lernt den späteren Bildhauer und Kulturfilmer Martin Schließler kennen, der ebenfalls Bergsteiger ist. Eine lebenslange Freundschaft wird begründet.

  • 1944
  • Die Deutsche Wehrmacht setzt ihn als Gebirgsjäger ein.

  • 1945
  • Evakuierung der Familie aus dem völlig zerstörten Pforzheim. Flucht aus der Gefangenschaft. Häufiger Besuch im Barackenatelier des Bildhauers Prof. Seidel.

  • 1946
  • Eröffnung des ersten Ateliers in Karlsruhe zusammen mit Freunden.

  • 1948
  • Enge Kontakte zu dem Kunsthistoriker Prof. Hans Hildebrand und zu Willi Baumeister entstehen. Er lernt den Keramiker Rolf Gröger kennen, der ihn bei der Realisierung der ersten keramischen Wandgestaltung unterstützt. Aus diese Arbeit entwickelt sich seine Neigung zur Architektur.
    Erste öffentliche Aufträge erfolgen in den fünfziger Jahren. In dieser Zeit gestaltet er sein erstes Kirchenfenster.

  • 1954
  • Erste Spanienreise. Beeindruckt von der Küstenlandschaft lässt er sich in Almuñecar nieder um zu malen.

  • 1960
  • Nimmt er, unter der Leitung von Martin Schließler, an der deutschen Trans-Afrika Expedition teil. Es entsteht der Dokumentarfilm "Heiße Straße Kairo - Kapstadt".

  • 1961
  • Erste architektonische Realisation "Haus Kern" in Birkenfeld.

  • 1962
  • Ausstellungen in Pforzheim, Mannheim, Tübingen, Frankfurt.

  • 1966
  • Entwürfe für die Gestaltung touristischer Projekte an der marokkanischen Küste und in der Sahara im Auftrag von Prinz Bashir Tazi in Rabat.

  • 1967
  • Umzug nach La Herradura bei Granada. Hier entstehen neben mehreren Reliefs die Vorarbeiten für sein größtes Kirchenfenster (neue Stadtkirche Pforzheim). Zu diesem Zweck mietet er eine stillgelegte Zuckerfabrik an.

  • 1968
  • Ausstellung im Reuchlinhaus Pforzheim.

  • 1969
  • Planung, Gestaltung und Realisation von Kirchenfenstern, Arbeiten für andere sakrale Einrichtungen, Reliefs an Profanbauten für öffentliche und private Auftraggeber.

  • 1970
  • Verwirklichung eines Wunschtraumes: Erwerb eines 1889 auf Kiel gelegten skandinavischen Segelschulschiffes. In vierjähriger Arbeit restauriert er es zusammen mit seiner Frau Hiltrud. Ein weiteres Kunstwerk entsteht, der 66 Fuß Gaffel-Kutter "Antigone", seine Wohnstätte. Gemeinsame Arbeit mit Ehefrau Hiltrud, die Gartenarchitektin ist, in einem Architektenteam im Auftrag eines britischen Konzerns. Es entstehen Entwürfe für touristische Projekte in Europa und Nordafrika.

  • 1975
  • Inzwischen in Cadaques, Spanien, widmet er sich wieder hauptsächlich der Aquarellmalerei.

  • 1976
  • Sein alter Freund, Martin Schließler, dreht mit Wolfgang Kappis und seinem Kutter "Antigone" eine 6-teilige Kulturfilm-Fernsehserie über Erlebnisse im Mittelmeer.

  • 1977
  • Die Filmarbeit führt ihn an die "Küsten des Lichts", die Ägäis. Er überwintert in Kalamata am Peloponnes. Es entstehen eine Vielzahl von Aquarellen.

  • 1978
  • Kykladen und weiter nach Osten. Wolfgang Kappis "entdeckt" die türkische Küste, eine der schönsten und unberührtesten im Mittelmeer. Das antike Halikanassos, heute Bodrum, wird seine Winterbasis.

  • 1981
  • Große Ausstellung in Ankara zur Eröffnung des Kulturinstituts der Bundesrepublik Deutschland. Damit tritt Wolfgang Kappis nach 13 Jahren erstmals wieder mit seiner Malerei in die Öffentlichkeit. Aufgrund der großen Resonanz folgen umfangreiche Einzelausstellungen, die hauptsächlich in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten zustande kommen.

  • 1987
  • Sein Werk "Die vier Jahreszeiten" das den Eingangsbereich der Stadthalle in Pforzheim schmückt, entsteht.

  • 1997
  • Wolfgang Kappis verlegt sein Atelier nach Schömberg.

  • 2004
  • Er verstirbt am 31. Dezember 2004 in Schömberg.

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