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Oskar Elsässer

* 11. September 1885 † 16. November 1965

Ein wichtiges Zeugnis für die Geschichte der Stadt Pforzheim sind 48 Zeichnungen, die er 1946 im Auftrag des Landesdenkmalamtes von der zerstörten Stadt schuf. Sie wurden gesammelt und vervielfältigt in einer Mappe "Pforzheim nach der Katastrophe vom 23. Februar 1945" herausgegeben.

Bekannt wurde Oskar Elsässer vor allem für seine Aquarelle und Zeichnungen, "in denen er mit sicherem Blick für bildhafte Wirkungen und unaufdringlich stilisierend" Landschaften und Dorfansichten festhielt.

Vita

  • 1885
  • Oskar Elsässer wurde am 11. September 1885 in Wangen im Allgäu geboren.
    Sein Vater war der Pastor Hermann Elsässer. Seine Kindheit verbrachte er in Sontheim und Malmsheim.

  • 1900
  • Elsässer besuchte die Realanstalt in Cannstadt.

  • 1903 - 1907
  • Bei Paul Christaller bekam er Privatunterricht an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart.

  • 1903 - 1907
  • Nach einem mehrmonatigen Praktikum als Ziseleur studierte er dort. Sein Studium schloss er mit einem Diplom als Ziseleur und Zeichenlehrer ab.
    Es folgten Reisen nach Italien und Belgien.

  • 1911
  • erhielt er eine Stelle als Zeichenlehrer an der Goldschmiedeschule in Pforzheim.

  • 1914
  • Heiratete Oskar Elsässer Charlotte Reihlen, eine Stuttgarter Apothekertochter mit der er sechs Kinder hatte.

  • 1915
  • Meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. Während des Ersten Weltkriegs zeichnete er in Rußland Landschaften Dorf- und Stadtansichten.

  • 1918
  • Nach dem Krieg nahm Elsässer den Zeichenunterricht an der Goldschmiedeschule wieder auf. Dort lehrte er bis zu seiner Pensionierung 1950 noch 39 Jahre.
    Neben dem Schuldienst schuf er in den 20er und 30er Jahren zahlreiche Landschaftsaquarelle, die in Ausstellungen u.a. in Karlsruhe, Gelsenkirchen, Stuttgart und Heilbronn gezeigt wurden.
    Bekannt wurde er auch für seine lebhaften, leicht stilisierten Zeichnungen mit Bleistift, Kreide, Tuschfeder und Rötel. Einen eigenen Werkblock bildeten die Kohlezeichnungen von Industrieanlagen aus dem Ruhrpott.

  • 1926
  • ließ sich Oskar Elsässer für seine große Familie ein ungewöhnliches Haus in der Schwarzwaldstraße 77 in Pforzheim bauen, das heute unter Denkmalschutz steht.

  • 1939
  • Übernahm er die Stelle eines ehrenamtlichen Denkmalpflegers.

  • 1944
  • Wurde Elsässer im Alter von 59 Jahren noch zum Volkssturm eingesetzt und leistete Schanzarbeiten im elsässischen Belfort.

  • 1946
  • Bereits ein Jahr nach Kriegsende konnte Oskar Elsässer seine Arbeiten im Amerika Haus ausstellen.
    Im selben Jahr erhielt er vom Landesdenkmalamt den Auftrag dokumentarische Zeichnungen der zerstörten Stadt Pforzheim anzufertigen. Dabei enstand ein Zyklus von 48 Zeichenblättern, der in einer Mappe vervielfältigt wurde. Sie trägt den Titel "Pforzheim nach der Katastrophe vom 23. Februar 1945".

  • 1950
  • Nach seiner Pensionierung engagierte sich Oskar Elsässer im kommunalen Leben. So u.a. in der freien Waldorfschule, die er 1949 mitbegründet hatte. Ebenso in der Anthroposophischen Gesellschaft und in dem, von ihm, 1953 ins Leben gerufenen "Kreis der Kunstfreunde":

    Zahlreiche Zeichnungen entstanden auf Reisen nach Italien, Jugoslawien, Österreich und Portugal.

  • 1964
  • Entstand ferner eine Postkartenserie mit Ansichten von Pforzheim und der Umgebung.
    Im Jahr darauf eine weitere Kunstmappe mit 20 Motiven von Alt-Pforzheim.

  • 1965
  • Kurz vor seinem Tod am 16. November 1965 wurden dem Künstler Oskar Elsässer anlässlich seines achtzigsten Geburtstags zahlreiche Ehrungen zuteil.

  • 1966
  • 1966 wurde eine umfassende Gedächtnisausstellung von der Künstlergilde Buslat veranstaltet.

  • 1985
  • Aus Anlass des hundertsten Geburtstags von Oskar Elsässer wurde eine weitere Ausstellung im Alten Pfarrhaus in Brötzingen gezeigt.

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Ausgewählte Arbeiten

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