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Robs Mayer

* 20. Dezember 1907 † 13. Dezember 1989

Überblickt man das Gesamtwerk von Robs Mayer, so zeigt sich als hervorstechendes Merkmal eine enorme Vielseitigkeit, seine Freude am Experiment und die Gabe, sich stets neu anregen zu lassen. 

So entstanden in den späten 20er Jahren Ölbilder auf Leinwand von Landschaften in Auseinandersetzung mit seinem Lehrer an der Pforzheimer Kunstgewerbeschule, Prof. Adolf Hildenbrand, sodann Gemälde in geschlossener, lasierender Malweise im Stile der Neuen Sachlichkeit. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er vor allem auf Papier. Er schuf zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle von Landschaften, Siedlungen und Menschen. Anhand dieser Arbeiten und erhaltener Tagebücher lassen sich die Stationen der Kriegseinsätze nachvollziehen.
Nach der Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft erfolgte die verstärkte Hinwendung zur Landschaft, zunächst in naturnaher, dann in recht expressiver Malweise und schließlich in experimenteller Abstraktion, nun vor allem in Öl auf Holzfaserplatten.
Diese Vielseitigkeit zeigt sich nicht nur in stilistischer, sondern auch in technischer Hinsicht und in der Wahl der Malmittel. So experimentierte Robs Mayer mit unterschiedlichen Grundierungen, mit Ölfarben, Lack, Tusche, Wachs und Ochsengalle.

Robs Mayer hat nach Aussage seiner Tochter Irmgard Bossert „immer gemalt“, dies jedoch im Verborgenen, in der Abgeschiedenheit seines Ateliers. Nur in seinen Anfängen hat er sich um Ausstellungsmöglichkeiten bemüht, später seine Werke am liebsten verschenkt – das ist auch der Grund, warum sein künstlerisches Œuvre trotz der unbestritten hohen Qualität kaum bekannt ist.
Tochter und Schwiegersohn haben bis heute das Künstlerhaus  Mayer/Schneegans in Meisenheim/Glan unverändert belassen und öffnen den Blick ins Atelier gerne für interessierte Besucher - eine Entdeckung, die sich lohnt.

Vita

  • 1907
  • Robs (Robert) Mayer wurde am 20.12. als Sohn eines selbständigen Buchdruckers und Verlegers in Maulbronn geboren.

  • 1920
  • Erste Einzelausstellung beim Pforzheimer Kunstkreis.

  • 1925
  • Beginn der künstlerischen Ausbildung mit einer Graveurlehre in Pforzheim. 

    Er besuchte die Goldschmiedeschule und die Badische Kunstgewerbeschule. Sein wichtigster Lehrer war der Maler Prof. Adolf Hildenbrand.

  • 1928 - 1931
  • Studienaufenthalte in Stuttgart, Wien, Venedig, Florenz, Berlin und zuletzt in München, dort Schüler des Malers Prof. Hugo Troendle. 

    Im harten Winter 1928/29 wäre Robs Mayer in Wien in seiner bescheidenen, nicht beheizbaren Unterkunft fast erfroren und verhungert, wovon das Gemälde „Sorge ums Brot“ zeugt. Beim folgenden Studienaufenthalt in Italien verdiente er sich den Lebensunterhalt u.a. als Kofferträger und Stadtführer. Nach weiteren Studien in Berlin erfuhr er 1931 durch Professor Hugo Troendle in München neue Impulse für einen freieren Malstil, vor allem im figurativen Bereich.

  • 1931
  • Heirat mit der aus Kreuznach stammenden Blumenmalerin und Kinderbuchillustratorin Marianne Schneegans. Das Künstlerpaar lebte in Maulbronn. Hier nahm Robs Mayer 1933 einen Lehrauftrag am evangelisch, theologischen Seminar an, den er bis 1939 ausübte. 

    In diesen Jahren war er freischaffender Künstler. Neben großformatigen Ölgemälden fertigte er Kupferstiche, vor allem Gruß- und Glückwunschkarten nach Zeichnungen seiner Frau, die er selbst druckte. 

  • 1940
  • Verpflichtung als Kunsterzieher an die Spohn-Schule in Ravensburg. Seine Haltung gegenüber dem National-sozialismus zeigen zwei Episoden. Sensibel für die Zeichen der Zeit hatte Robs Mayer 1937 ein Gemälde geschaffen, auf dem man eine Anspielung auf den italienischen Diktator Mussolini erkennen konnte. Der Maler fürchtete, das kritische Bild könne ihn diskreditieren und auf die Liste entarteter Künstler bringen, was ein Malverbot zur Folge haben konnte. Da das Bild noch nicht bezahlt worden war, erbat es sich der Künstler zurück. Als die Forderung abgelehnt wurde, nahm Robs Mayer ein Messer und schnitt den fraglichen Kopf kurzerhand aus der Leinwand.

    Der Konflikt mit einem Lehrerkollegen, einem bekennenden Nazi, führte dazu, dass er sich aus Furcht vor Repressalien freiwillig zum Kriegsdienst meldete.

  • 1940 - 1945
  • Kriegsdienst als Funker.
    Glücklicherweise konnte Robs Mayer neben seinen gefährlichen Einsätzen immer auch zeichnen und aquarellieren. So entstanden aus den Ländern zwischen Ostpreußen und der Kalmückensteppe östlich von Stalingrad, sowie aus Norwegen, zahlreiche beeindruckende Landschaftsaquarelle und Porträts der ein-heimischen Bevölkerung.

  • 1945 - 1947
  • Kriegsgefangenschaft im Elsass in Rumersheim–le–Haut. Robs Mayer musste als Knecht bei einem katholischen Pfarrer arbeiten. Dieser gestattete ihm, in einem Schuppen ein Atelier einzurichten und so entstanden über 200 Auftragswerke in Öl, Porträts und Altarbilder für Kirchen der Region. Bis heute sind die Tafeln des Hl. Georg und Hl. Wendelin in Truchtersheim.

  • 1948
  • Rückkehr nach Maulbronn und verstärkte Hinwendung zur Landschaft.

  • 1950
  • Zurück im bürgerlichen Leben. In dieser Zeit entstanden starkfarbige und expressive Gemälde und Aquarelle. Durch die Auseinandersetzung mit den Kunstströmungen der Nachkriegsmoderne wandte er sich abstrakten Kompositionen zu, denen häufig Landschaftselemente zu Grunde lagen. Hier zeigt sich die Freude am Experimentellen, sowohl in formaler als auch in technischer Hinsicht. Außerdem erprobte er unterschiedliche Grundierungen oder setzte Lack ein, arbeitete mit Pinsel, Spachtel und Holz bei den Ölbildern, bei den Aquarellen mit Pinsel, Schwamm und Quellholz. Für besondere Effekte verwendete er Wachs, Tusche oder Ochsengalle. Er illustrierte in dieser Zeit mehrere Jugendbücher des K. Thienemann Verlages mit schwungvollen Zeichnungen. Seit 1951 erteilte Mayer wieder Unterricht als Kunsterzieher am evangelisch, theologischen Seminar Maulbronn und seit 1953 auch am Progymnasium.

  • 1958
  • Schuldienst.
    Robs Mayer übernahm im Alter von 50 Jahren eine volle Stelle als Kunsterzieher am Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim/Glan und lehrte dort, als von seinen Schülern hochverehrter Lehrer, bis zu seinem Ruhestand  im Jahr 1972.

  • 1972
  • Spätwerk. 
    Schwerpunkt im Ruhestand waren zunehmend Aquarelle und schließlich kleinformatige, experimentelle Arbeiten mit Öl- oder Lackfarben. 

  • 1989
  • Robs Mayer verstarb am 13. Dezember 1989 in Meisenheim.
    Der umfangreiche Nachlass von Robs Mayer mit ca. 200 Gemälden und weit über tausend Arbeiten auf Papier befindet sich noch im Familienbesitz.

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