Dame_Mitte

Kurt Fuchs

* 22. April 1905 † 30. Oktober 1960

"Er zeigt ein Stück Straße, vorbeieilende, stumme oder plaudernd stehenbleibende Menschen, als stiller, kritischer Beobachter. (...)Straße, Bar, Cafe erscheinen als Surrogate für Heim, Gesellschaft, Bindung. (...) Zur zeitkritischen Haltung kommt eine dafür typische Komponente, das Groteske. Er zeichnete Fratzen der Masse, satte Bürger, Lustmolche, affenähnliche Physiognomien, lädierte Gesichter und Prostituierte. Manches mag dabei an George Grosz erinnern."
Kurt Griguscheit, 1980.

Vita

  • 1905
  • Am 22. April wurde Kurt Fuchs, als Sohn eines Medaillenfabrikanten, in Pforzheim geboren.
    Seine Mutter entstammte dem Bankhaus Stein in Köln. Sie soll eine hervorragende Zeichnerin gewesen sein. Leider verstarb sie bereits im Alter von 36 Jahren.

  • 1923
  • Nach dem Abitur am Reuchlin-Gymnasium besuchte Kurt Fuchs die Badische Kunstgewerbeschule in Pforzheim. Gemeinsam mit dem Bildhauer Wolfgang Franke nahm er Unterricht bei den Professoren Adolf Sautter, Bert Joho, Eugen Segmiller und Adolf Hildenbrand.

  • 1927
  • Studium an der Münchner Kunstakademie bei Karl Caspar, der mit seiner eigenwilligen expressionistischen Bildsprache als Erneuerer der christlich, religiösen Kunst galt. Fuchs studierte neben Malerei auch Aquarellieren, Grafik und Bildhauerei.
    Diese Zeit an der Münchner Akademie bezeichnete er selbst in der Rückschau oft als seine "goldenen Jahre".
    Damals entstanden heitere Karnevalsszenen und zahlreiche Einladungen zu Faschingsveranstaltungen sowie Theaterstücke und Dekorationen.
    Ebenso schuf er seit der Münchner Studienzeit seine scharf beobachtenden, zuweilen karikierenden Szenen aus dem gesellschaftlichen Leben, sein eigentliches künstlerisches Werk.
    Kurt Fuchs, der mit 1,96 m eine überaus stattliche Erscheinung war, war in jungen Jahren ein hervorragender Sportler. Er spielte Tennis, Hockey und war ein begeisterter Bergsteiger.

  • 1929
  • Infolge der Weltwirtschaftskrise erlitt auch die Fabrik von Kurt Fuchs Vater schwere Verluste. Daher verließ er München und setzte seine Studien in Karlsruhe bei Wilhelm Schnarrenberger fort. Diese Ausbildung bei dem erfolgreichen Grafiker ermöglichte es Kurt Fuchs sich in relativ kurzer Zeit die Grundlagen der Gebrauchsgrafik anzueignen. Es entstanden weiterhin sozialkritische Ölgemälde und Zeichnungen.

  • 1933
  • Kurt Fuchs eröffnete schließlich ein Atelier für Gebrauchs- und Werbegrafik in seiner Geburtsstadt Pforzheim.
    Seine wirtschaftliche Situation war jedoch schwierig.

  • 1933
  • Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erlebte Kurt Fuchs, dass der verehrte Lehrer Karl Casper von der Akademie in München entlassen wurde, ebenso wie der befreundete Maler Max Beckmann in Düsseldorf, der aus Deutschland emigrierte.
    Kurt Fuchs sah für sich als freier Künstler keine Zukunft. Er verbarg sein gesamtes künstlerisches Oeuvre in einem Überseekoffer auf dem Dachboden und hat zu Lebzeiten nie ein Werk daraus verkauft.

  • 1936
  • Heirat mit Aenne Haberstroh, geb. Leibrand, die ihn sehr unterstützte.
    In den 30er Jahren entstanden die bekannten Bildgeschichten um den "Feilnagel", die allwöchentlich im "Pforzheimer Anzeiger" erschienen. Das Holz, auf dem der Goldschmied sein Schmuckstück bearbeitet, gab dieser Figur den Namen. In einer Bilderleiste mit jeweils 4-5 Szenen schilderte der Karikaturist, Szenen des alltäglichen Lebens. Der Feilnagel mit seinem birnenförmigen Gesicht und den 3 Haaren ist mal Schlaumeier, mal Pechvogel.

  • 1939
  • Im Zweiten Weltkrieg wurde Fuchs zur Artillerie einberufen. Da er aber an einem Herzleiden litt, blieb ihm der Einsatz an der Front erspart.

  • 1945
  • In den Nachkriegsjahren schuf Fuchs zwei Bildkarten-Mäppchen "Aus der Goldstadt Pforzheim". Diese hatten in ganz Deutschland Erfolg, schilderten sie doch, wie die Menschen sich trotz bitterer Not der Nachkriegsjahre nicht entmutigen ließen. Kurt Fuchs arbeitete als Werbegrafiker für verschiedene Firmen und schuf in den 50er Jahren eine Reihe von Landschaftsgemälden.

  • 1960
  • Kurt Fuchs starb am 30. Oktober 1960, im Alter von nur 55 Jahren.

« zurück zur Übersicht

Ausgewählte Arbeiten

Coloseum Masken_Red Frau_mit_Hut Fasching Harem Mann_mit_Fliege Masken-Redol Musiker

ArtAndMemory

Schnell Kontaktformular

Newsletter

Immer aktuell informiert! Nutzen Sie die Vorteile unseres kostenlosen Newsletters.

Nach oben