Hermann Föry:

Hermann Föry

* 07. August 1879 † 02. Oktober 1930

Hermann Föry, der seit 1907 in Karlsruhe als freischaffender Bildhauer tätig war, war zu Lebzeiten einer der bedeutenden Bildhauer in Deutschland. Er wurde weit über Baden hinaus bekannt und erhielt zahlreiche große, überregionale Aufträge. So beispielsweise die Brunnenfigur vor dem Bremer Rathaus oder die dekorativen Friese für das Warenhaus Tietz in Berlin. 

Vita

  • 1879
  • wurde Hermann Föry als Sohn des Gastwirts Daniel Föry (Gasthof „Zum Kreuz“) und seiner Frau Rosina in Bischweiler, in der Rauentaler Straße geboren. Bischweiler, ein Dorf in der Nähe von Rastatt hatte damals 640 Einwohnern, dort besuchte Föry die Volksschule.

  • 1893
  • Umzug der Familie nach Karlsruhe. Föry entscheidet sich Bildhauer zu werden und absolvierte eine sechsjährige Lehr- und Gesellenzeit bei dem Karlsruher Bildhauer Fidel Binz, dem Vater des bekannten Karlsruher Bildhauers Hermann Binz. 

  • 1895 - 1902
  • Gleichzeitig zur Bildhauerlehre besuchte Föry als Abendschüler, die Kunstgewerbeschule und wurde für hervorragende Leistungen mit der Großherzog-Friedrich-Gedenkmünze ausgezeichnet. 

  • 1902 - 1907
  • Im Anschluss daran besuchte er die Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und studierte bei den Professoren Friedolin Dietsche, Ludwig Schmidt-Reutte und Hermann Volz, Bildhauerei.

  • 1907
  • Als freischaffender Künstler in Karlsruhe machte sich Hermann Föry auch außerhalb der Region bald einen Namen. 

  • 1909
  • Mitarbeit an den Restaurierungsarbeiten am Ott-Heinrichsbau des Heidelberger Schloßes. 

  • 1910 - 1925
  • Während dieser Zeit schuf er gelegentlich Baukeramiken für die Großherzogliche Majolikafabrik Mannheim/ Karlsruhe.

  • 1916 - 1918
  • Der Kriegsdienst unterbrach die erfolgreiche Karriere des jungen Bildhauers, der bereits große überregionale Aufträge ausgeführt hatte, wie die Brunnenfigur vor dem Bremer Rathaus, das Denkmal für den badischen Großherzog Friedrich in Durlach, dekorative Friese für das Warenhaus Tietz in Berlin oder Reliefs im Kurhaus Baden-Baden.

  • 1919 - 1922
  • tNach dem Ersten Weltkrieg übernahm Föry die Leitung der Modellierklasse an der Badischen Kunstgewerbeschule in Pforzheim. Hier wirkte er als Bildhauer und Keramiker.
    Im Jahr 1919 entstand anlässlich des 80zigsten Geburtstages des berühmten Malers Hans Thoma eine Portrait-statue. Hans Thoma, der mit Föry befreundet war, saß dem Bildhauer für das ganzfigurige, knapp 40 cm hohe Werk Modell und fügte der Signatur Förys am Sockel sein Monogramm mit der Datierung bei. Die Bronzestatuette befindet sich heute in der Kunstsammlung der Stadt Pforzheim.

  • 1930
  • Hermann Föry erhielt Aufträge für Ehrenmale zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, wie die Kriegerdenkmale in Ortenberg bei Offenburg oder in Auenheim in der Nähe von Kehl.
    In seiner Heimatstadt Karlsruhe erinnern noch heute Skulpturen an ihn, wie die "Alte Marktfrau" hinter der kleinen Kirche oder "die Kauernde" im Stadtgarten.
    In den 20er Jahren, der Zeit der hohen Arbeitslosenzahlen, wurde gerade in Karlsruhe auch Stimmen laut, die sich gegen die Ankäufe von Kunst richteten und argumentierten, statt Denkmäler zu errichten, sollte das Geld besser dem Fürsorgeamt zur Verfügung gestellt werden. Dass allerdings durch solche Ankäufe, Künstler wie Föry unterstützt wurden, denen es auch finanziell nicht gut ging, wurde dabei, wie so häufig, übersehen.
    Über diese großen Ankäufe und öffentlichen Aufträge hinaus schuf Föry auch zahlreiche Portraits, wobei besonders seine Kinderbildnisse hohe Anerkennung fanden.

  • 1930
  • Am 2.Oktober des Jahres verstarb Hermann Föry, nur einundfünfzigjährig, während eines Kuraufenthalts in Bad Nauheim. Ursache für seinen frühen Tod war ein Herzleiden als Folge von Gelenkrheuma, das er sich im Ersten Weltkrieg zugezogen hatte.
    Sein Grab auf dem Karlsruher Hauptfriedhof, das sein 1927 geschaffenes Selbstbildnis ziert, ist seit 1956 ein Ehrengrab.

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Ausgewählte Arbeiten

Alte Marktfrau, Muschelkalk, 1928, Karlsruhe hinter der Kleinen Kirche bearbeiten bearbeiten Hermann Föry: Nymphe, Bronze 1911, Brunnenfigur im Kieler Rathaus Hermann Föry: Kauernde, Marmor, 1922, seit 1967 im Waldstaudengarten im Karlsruher Stadtgarten bearbeiten Hermann Föry: Kriegerdenkmal Eppingen, Bronze, 1914

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