Anton Graff, Der Maler Carl Ludwig Kaaz, vor 1813,

Carl Ludwig Kaaz

* 22. Januar 1773 † 14. Juli 1810

Die in der freien Natur entstandenen Reisenotizen in Graphit und Kreide erweisen Kaaz als einen exzellenten Zeichner, der mit sicherem Blick, die für ihn reizvollen Motive festhält. In den oft Jahre später ausgeführten Gouachen, Aquarellen und lavierten Federzeichnungen sowie in seinen Ölgemälden wird deutlich, wie sehr er den ersten Eindruck durch Komposition und Farbe zu vertiefen und zu steigern wußte. 
Seine in südliches Sonnenlicht getauchten, arkadischen Landschaften strahlen heiteren Frieden aus. Sie zeigen den Menschen im Einklang mit einer großen, zuweilen mit Ehrfurcht gesehenen Natur. 
Philine Brandt. 

Vita

  • 1773
  • Am 22. Januar wird Carl Ludwig Kaaz in Karlsruhe in dürftigen Verhältnissen geboren. Er wuchs in Pforzheim auf.

  • 1784
  • Als Elternloser lebte er wohl einige Zeit im Pforzheimer Waisenhaus, welches Beziehungen in die französische Schweiz unterhielt. Diese Umstand erwies sich als vorteilhaft für Kaaz. Seine Ausbildung hatte er mit einer Buchbinderlehre begonnen. 

  • 1792
  • Carl Ludwig Kaaz studierte unterstützt von seinem älteren Bruder, dem Diakon Wilhelm Heinrich Kaaz, das Kupferstechen und die Miniaturmalerei in La Chaux de Fonds. Die Schwester des Künstlers war hier mit einem Goldwarenfabrikanten verheiratet. Auch seine erste Begegnung mit dem Maler Joseph Anton Koch fand dort statt. 

  • 1797
  • Nach einiger Zeit die Kaaz in Stuttgart verbrachte, beendete er die Studien in Dresden und fand sein eigentliches Motiv, die Landschaftsmalerei. Hier schulte er sich an den Meistern in der Gemäldegalerie und kopierte beispielsweise Werke von Ruisdael und Claude Lorrain. 
    Der Maler schloss Freundschaft mit dem Hofkapellmeister Johann Gottlieb Naumann und dem Portraitmaler Anton Graff.

  • 1801
  • Für dieses Jahr ist eine Reise des Künstlers gemeinsam mit dem Landschaftsmaler Traugott Leberecht und mit Carl Anton Graff dem Sohn des Malers Anton Graff über Paris nach Italien belegt. 
    In Paris, wo Kaaz sich mehrere Monate lang aufhielt, war er durch Bildnismalerei auch finanziell sehr erfolgreich. 

  • 1802
  • Aufenthalt in Rom.

  • 1803
  • Längere Reise nach Süditalien. Auf seinen Wanderungen in der Umgebung Roms, rund um Neapel und auf Capri schuf er zahlreiche Zeichnunen. Nach diesen Skizzen in der Natur, entstanden in Deutschland ab 1805 seine Landschaftsgemälde. Sie lassen bereits die neuen romantischen Tendenzen der Landschaftsmalerei erkennen. 

  • 1805
  • Kaaz heiratete Caroline Graff die Tochter seines Freunde. Sie eröffnete ihm zahlreiche Kontakte zu namhaften Künstlerkollegen und seiner langjährigen Gönnerin Elisa Freifrau von Recke. 
    Nach seiner Rückkehr aus Deutschland lernte Kaaz bei einem Aufenthalt in Weimar, Johann Wolfgang von Goethe kennen. Er zeigte dem Künstler die Gemälde seine Reisebegleiter Tischbein, Hackert und Kniep. Goethe schätzte Kaaz, wie er 1808 schrieb, außerordentlich. Auch Schiller gehörte zu den persönlichen Bekannten des Malers. 

  • 1807
  • Gewann Kaaz für ein Landschaftsgemälde einen von der Akademie in Stuttgart ausgesetzten Preis.

  • 1809
  • Kaaz malte mehrere Portraits von Goethe, eine Bleistiftzeichnung, ein Miniaturbildnis und ein kleines Ölbild. Goethe ermöglichte dem Maler auch eine Einzelausstellung im Weimarer Fürstenhaus. Es sollte die einzige Ausstellung bleiben bis zur Schau in der Pforzheim Galerie 2002/2003. 

  • 1810
  • Am 14. Juli starb Carl Ludwig Kaaz plötzlich vor seiner Staffelei. 

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Ausgewählte Arbeiten

Carl Ludwig Kaaz, Arkadische Landschaft, 1797, Gouache Carl Ludwig Kaaz, Landchaft mit Wasserfall,o. J.

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